Vorbemerkungen

Dr. med. Cornelia Waldmann-Selsam

Baumschäden unter dem Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder

 


Anlässlich ärztlicher Hausbesuche bei erkrankten Anwohnern von Mobilfunksendeanlagen fiel ab
dem Jahr 2006 auf, dass häufig gleichzeitig mit den Krankheitssymptomen der Menschen auch
Veränderungen an den Bäumen im Umkreis (Krone, Blätter, Stamm, Äste, Wachstum) aufgetreten
waren. Laub- und Nadelbäume sowie Sträucher aller Arten waren betroffen. Bei Erkrankungen von
Bäumen wird die Diagnose weder durch psychische Einflüsse noch durch Ortswechsel erschwert..
Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder (Radar, Richtfunk, Rundfunk, Fern-
sehen) auf Pflanzen wurden im Verlauf der letzten 80 Jahre wissenschaftlich nachgewiesen.

 


Ab 2005 wurde die Wirkung der beim Mobilfunk verwendeten, modulierten hochfrequenten EMF
auf Pflanzen in Laborexperimenten untersucht. Mehrere Forschergruppen veröffentlichten Effekte
auf Keimung, Wachstum und Zellstoffwechsel. Über den Gesundheitszustand von Bäumen im Um-
kreis von Mobilfunksendeanlagen liegen erst wenige Veröffentlichungen vor. Diese weisen auf
schädigende Einflüsse hin.


Daher wurde zwischen 2007 und 2014 der Zustand von Bäumen an über 600 Mobilfunkstandorten
dokumentiert. Im Funkschatten von Gebäuden oder anderen Bäumen blieben die Bäume gesund.
Im Strahlungsfeld der Sendeanlagen hingegen wurde das Auftreten von Baumschäden beobachtet.
Einseitig beginnende Kronenschäden auf der Seite, die dem Sender zugewandt ist, stellen ein weiteres, starkes Indiz für einen kausalen Zusammenhang mit Hochfrequenzimmissionen dar.